ESL One Cologne 2016
ESL One Cologne 2016 war die neunte Counter-Strike: Global Offensive Major Championship. Die in Deutschland ausgetragene Veranstaltung war ein prägendes Ereignis, bei dem das brasilianische Team SK Gaming seinen Titel erfolgreich gegen einen historischen nordamerikanischen Finalisten verteidigte.

| Turnier | ESL One Cologne 2016 |
|---|---|
| Auch bekannt als | ESL Cologne Major 2016 |
| Spiel | Counter-Strike: Global Offensive |
| Erstmals ausgetragen | 8.–10. Juli 2016 |
| Ort | Lanxess Arena, Köln, Deutschland |
| Preisgeld | 1.000.000 $ |
| Teams | 16 |
| Titelverteidiger | SK Gaming |
| Sieger | SK Gaming |
| Zweiter Platz | Team Liquid |
Turnierformat und Seeding-Kontroverse
Die Turnierstruktur basierte auf dem Legends-System, bei dem die besten acht Teams des vorherigen Majors, MLG Columbus, automatische Einladungen erhielten. Die anderen acht Plätze wurden durch einen globalen Qualifikationsprozess bestimmt, der in einem Sechzehn-Team-Main-Qualifier gipfelte. Für die Gruppenphase wurden die 16 Teams in vier Gruppen zu je vier Teams aufgeteilt, die im GSL-Format antraten. Die meisten Matches waren Best-of-One, außer dem entscheidenden Decider-Match in jeder Gruppe, das eine Best-of-Three-Serie war, um den zweiten Playoff-Qualifikanten zu ermitteln. Alle Playoff-Matches waren Best-of-Three im Single-Elimination-Format.
Die Methode für die Setzliste dieser Gruppen wurde zu einem großen Streitpunkt. ESL verwendete einen Zufallszahlengenerator, um Teams aus vier vorher festgelegten Setzlisten-Töpfen zuzuweisen. Die Top-Setzungen waren die Top Vier von Columbus: SK Gaming, Natus Vincere, Astralis und Team Liquid. Die zweiten Setzungen waren die Teams auf Platz 5–8 bei Columbus: Fnatic, Virtus.pro, Counter Logic Gaming und Ninjas in Pyjamas. Diese zufällige Platzierung führte dazu, dass Gruppe D SK Gaming (Weltplatz 1), G2 Esports (Weltplatz 2) und Fnatic (Weltplatz 4) enthielt. Analysten, darunter Duncan 'Thorin' Shields, kritisierten das System, nannten Gruppe D die schwerste Gruppe aller Zeiten und argumentierten, dass ein Top-Drei-Team ausscheiden würde, während ein schwächer eingeschätztes Team aus einer anderen Gruppe weiterkäme.
Qualifikationsweg und das Swiss System
Die Qualifikation für den Major war ein mehrstufiger globaler Prozess. Es fanden vier regionale Minors statt: der Asia Minor, Europe Minor, CIS Minor und Americas Minor. Jeder Minor schickte seine beiden besten Teams zum Main Qualifier. Diese wurden von den acht Teams ergänzt, die beim vorherigen Major Platz 9–16 belegt hatten und automatische Startplätze für diesen Qualifier erhielten.
Der Main Qualifier selbst debütierte mit einem neuen Sechzehn-Team-Swiss-System-Format. In diesem Format wurden Teams nach jeder Runde gegen Gegner mit derselben Sieg-Niederlage-Bilanz gelost, und kein Team konnte zweimal auf denselben Gegner treffen. Die Matches waren Best-of-One. Die erste Runde wurde basierend auf der Platzierung beim vorherigen Major und den Ergebnissen der regionalen Minors gesetzt. Drei Siege qualifizierten ein Team für den Major, während drei Niederlagen die Eliminierung bedeuteten. Dieses System sollte ausgewogenere Matches während des gesamten Qualifikationsturniers schaffen.
Die Gruppenphase und wechselnde Legends
Die Gruppenphase spielte sich unter dem Schatten der Setzlisten-Debatte ab. Gruppe D, die sogenannte Todesgruppe, wurde ihrem Namen gerecht, aber letztlich setzten sich das topgesetzte SK Gaming und das viertgesetzte Fnatic durch und eliminierten die hoch eingeschätzten Teams G2 Esports und FaZe Clan. In den anderen Gruppen gab es vorhersehbarere Ergebnisse, wobei Teams wie Virtus.pro, Natus Vincere und Astralis Playoff-Plätze sicherten.
Eine bedeutende Storyline war das Ende der Serie von Ninjas in Pyjamas. Das schwedische Team, das acht Majors in Folge ein Legend gewesen war, schaffte es nicht, sich aus seiner Gruppe zu qualifizieren. Dies ebnete den Weg für ein neues Legend-Team. FlipSid3 Tactics, das sich aus Gruppe C qualifizierte, wurde das einzige neue Team, das den Legend-Status für den nächsten Major erwarb, und schloss sich den sieben anderen Playoff-Teams an, die ihre Plätze behielten.
Playoff-Baum und Team Liquids historischer Lauf
Der Playoff-Baum umfasste acht Teams, wobei alle Matches Best-of-Three waren. Die Viertelfinals bereiteten die Bühne für eine unerwartete Erzählung. In einem Match traf das nordamerikanische Team Team Liquid auf das ukrainische Team Natus Vincere. Team Liquid gewann und zog ins Halbfinale ein. Dort trafen sie auf die schwedische Dynastie Fnatic, ein Team mit mehreren Major-Titeln. In einer weiteren Überraschung besiegte Team Liquid Fnatic und sicherte sich so einen Platz im Grand Final.
Diese Leistung machte Team Liquid zum ersten nordamerikanischen Team überhaupt, das das Grand Final einer CS:GO Major Championship erreichte. Auf der anderen Seite der Setzliste hatte der Titelverteidiger SK Gaming einen konventionelleren Weg, besiegte zunächst das neue Legend-Team FlipSid3 Tactics und überwand dann im Halbfinale Virtus.pro, um seinen Platz im Finale zu sichern.
Das Grand Final und SK Gamings Dynastie
Das Grand Final in der Lanxess Arena bot den Aufeinandertreffen der etablierten brasilianischen Meister und der nordamerikanischen Herausforderer. SK Gaming, das unter seinem neuen Organisationsnamen nach einem Roster-Transfer nach Columbus antrat, ging als klarer Favorit ins Rennen. Team Liquid konnte trotz seiner Siege über Natus Vincere und Fnatic die taktische Fähigkeit und Erfahrung von SK nicht überwinden.
SK Gaming gewann die Serie mit 2:0 und verteidigte erfolgreich den Major-Titel, den sie Monate zuvor bei MLG Columbus gewonnen hatten. Dieser Sieg brachte SK Gaming seine zweite Major-Meisterschaft ein und machte sie nach Fnatic erst zum zweiten Team, das mehrere Majors gewonnen hatte. Darüber hinaus blieben sie das einzige nicht-europäische Team, das einen Major-Titel gewonnen hatte, eine Auszeichnung, die sie bis zum PGL Major im folgenden Jahr in Krakau behielten, wo Gambit Esports aus Kasachstan gewann.
Map-Pool-Änderungen und In-Game-Prozeduren
Der aktive Map-Pool für das Turnier erlebte eine bedeutende Änderung zwischen den Majors in Columbus und Köln. Die klassische Map Inferno wurde aus der Wettkampfrotation entfernt, und die überarbeitete Version von Nuke wurde vom CS:GO-Entwicklungsteam wieder eingeführt, wodurch der Map-Pool auf sieben anstieg.
Der Prozess zur Auswahl der Maps unterschied sich zwischen Gruppenphase und Playoffs. In den Best-of-One-Gruppenmatches verboten die Teams abwechselnd Maps, bis nur noch zwei übrig blieben. Eine dieser beiden wurde dann zufällig ausgewählt, um gespielt zu werden. Für alle Best-of-Three-Serien, einschließlich der Playoffs, verbot jedes Team eine Map und wählte dann eine Map aus den verbleibenden fünf zum Spielen aus. Der Gegner wählte die Startseite auf der gewählten Map. Wenn eine dritte Map benötigt wurde, wurde sie zufällig aus den drei noch nicht gewählten oder verbotenen Maps ausgewählt.
Übertragung und bleibende Wirkung
Die Veranstaltung wurde von einem großen Team an E-Sport-Übertragungstalenten präsentiert. Die Moderation teilten sich Paul 'ReDeYe' Chaloner, Alex 'Machine' Richardson und Mitch 'Uber' Leslie. Die Analyse lieferten Duncan 'Thorin' Shields, Jason 'moses' O'Toole und Janko 'YNk' Paunović. Das Kommentatorenteam umfasste prominente Stimmen wie Anders Blume, Semmler, HenryG, Sadokist, ddk, James Bardolph, Pansy und BLU. Alle Berichterstattung wurde live auf Twitch in mehreren Sprachen gestreamt.
ESL One Cologne 2016 wird in Erinnerung bleiben, weil es den Status von SK Gaming als weltbeherrschendes Team bestätigte, wegen Team Liquids Durchbruchsleistung, die die Wahrnehmung des nordamerikanischen CS:GO veränderte, und wegen der intensiven Prüfung, die es auf die Setzlistenmethoden der Major Championships lenkte. Die Veranstaltung markierte auch einen symbolischen Staffelstabwechsel, als die Ära von Ninjas in Pyjamas mit konstanten Top-Acht-Platzierungen zu Ende ging.
FAQ
Wer gewann ESL One Cologne 2016?
SK Gaming gewann ESL One Cologne 2016. Sie besiegten Team Liquid mit 2:0 im Grand Final und verteidigten so erfolgreich ihren Major-Championship-Titel vom vorherigen Event.
Warum wurde Gruppe D 'Todesgruppe' genannt?
Gruppe D wurde Todesgruppe genannt, weil sie aufgrund der zufälligen Setzliste eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Top-Teams enthielt. Sie umfasste das weltbeste Team SK Gaming, Platz zwei G2 Esports und Platz vier Fnatic, die alle um nur zwei Playoff-Plätze kämpften.
Was war historisch an Team Liquids Leistung?
Team Liquid schrieb Geschichte, indem es als erstes nordamerikanisches Team überhaupt das Grand Final einer Counter-Strike: Global Offensive Major Championship erreichte. Sie erreichten dies, indem sie Top-Teams wie Natus Vincere und Fnatic in den Playoffs überraschten.
Wie hoch war das Preisgeld für das Turnier?
Das Preisgeld für ESL One Cologne 2016 betrug 1.000.000 $. Dies markierte den zweiten Major Championship in Folge mit einem Ein-Millionen-Dollar-Preisgeld.
Welches Team verlor seinen Legend-Status bei diesem Event?
Ninjas in Pyjamas konnte seinen Legend-Status bei ESL One Cologne 2016 nicht halten. Damit endete ihre Serie, ein Legend-Team zu sein, die acht Major Championships in Folge angedauert hatte.
Quelle: Englische Wikipedia (CC BY-SA), übersetzt und überarbeitet von der Redington Cybersport-Redaktion.





