Cyberpunk 2077-Fan testet dystopische Ernährung aus Night City, mit gewöhnungsbedürftigen Ergebnissen
Ein Reddit-Nutzer wagte den kulinarischen Selbstversuch mit Cyberpunk-2077-Gerichten und berichtet von ekelerregenden Erfahrungen.

Die Welt von Cyberpunk 2077 ist bekannt für ihre düstere Atmosphäre und knallharten Lebensbedingungen. In der von Nahrungsknappheit geprägten Zukunftsvision des Spiels müssen sich die Bewohner von Night City mit synthetischen Ersatzprodukten und Insektennahrung durchschlagen. Doch wie schmecken diese kulinarischen Notlösungen wirklich? Ein mutiger Fan hat den Praxistest gewagt, mit Ergebnissen, die selbst hartgesottene Cyberpunk-Enthusiasten abschrecken dürften.
Kulinarische Archäologie im Cyberpunk-Universum
Reddit-Nutzer Villager97liam begab sich auf eine ungewöhnliche Forschungsmission: Als kulinarischer Archäologe des dystopischen 21. Jahrhunderts rekonstruierte er zwei typische Gerichte aus der Cyberpunk-Welt. Seine Wahl fiel auf SCOP (Single Cell Organic Proteins), das synthetische Trockenfutter der Massen, und Heuschrecken-Pizza, beides Nahrungsmittel, die nach dem Kollaps traditioneller Nahrungsquellen um 2050 in Night City alltäglich wurden. Der Experimentator lud sogar Freunde zu einer Runde Cyberpunk Red ein, um die authentische Atmosphäre zu komplettieren.
Synthetisches Trockenfutter: Geschmackliche Grenzerfahrung
Für die Nachbildung des SCOP orientierte sich der Fan streng an der Spiel-Lore. Die Zutatenliste liest sich wie ein Laborbericht: zwei Packungen Tofu, zwei Tassen Maismehl für die körnige Konsistenz, Zooplankton aus der Tierhandlung, Kombu-Algen, Multivitamine und Geschmacksverstärker wie Hühnerbrühpulver und Sesamöl. Nach dem Backen erreichte das Ergebnis tatsächlich die gewünschte Hundefutter-Optik. Doch der Geschmackstest wurde zur Mutprobe: „Es hat wirklich nicht geschmeckt“, gestand der Tester. Der aggressive Sojageschmack vermengte sich unglücklich mit den Meeresaromen des Planktons zu einer kaum genießbaren Mixtur. Immerhin gab er zu, dass er es im Notfall, wie die hungernden Bewohner Night Citys, wohl essen würde.
Die Überraschung der Heuschrecken-Pizza
Einfacher in der Zubereitung, aber nicht weniger gewöhnungsbedürftig war die zweite kulinarische Herausforderung: die Heuschrecken-Pizza. Hier erwies sich der Experimentator als Pragmatiker, als Basis diente eine einfache Tiefkühlkäsepizza, die mit eingeweichten getrockneten Heuschrecken belegt wurde. Die eigentliche Überraschung: Nicht die Insekten, sondern die minderwertige Pizzaqualität wurde zum geschmacklichen Desaster. „Sie schmeckten größtenteils einfach so, wie Heu oder Alfalfa riecht“, beschrieb der Tester die Heuschrecken, die immerhin etwas Proteinwürze ins fade Fertiggericht brachten. Das unangenehme Chitin-Gefühl zwischen den Zähnen blieb jedoch als bleibende Erinnerung.
Community-Reaktionen: Schaudern und Schadenfreude
Die detaillierten Schilderungen des Experiments lösten in der Cyberpunk-Community amüsiertes Kopfschütteln aus. „Bei 'eine Menge Chitin zwischen meinen Zähnen' war ich komplett raus“, kommentierte ein entsetzter Leser. Andere mutmaßten, dass schlechte Kochkünste die Ergebnisse verfälscht haben könnten, ein User spottete: „Wenn’s nicht schmeckt kann er einfach nicht kochen.“ Die Mehrheit zeigte sich jedoch erleichtert, diese Geschmacksexperimente nur aus sicherer Entfernung verfolgen zu müssen.
Kulinarische Dystopie als Weltbau-Element
Dieser kulinarische Ausflug unterstreicht die konsequente Weltgestaltung von Cyberpunk 2077. Während die Skyline von Night City mit neonfarbener Pracht blendet, offenbart der Blick auf die Ernährungssituation die brutale Realität dieser Dystopie. Die Notwendigkeit, aus Zooplankton und Insekten proteinreiche Notnahrung zu entwickeln, spiegelt den gesellschaftlichen Kollaps nach den Krisen der 2050er Jahre. Selbst grundlegendste menschliche Bedürfnisse werden hier zur täglichen Überlebensfrage degradiert, ein Thema, das in vielen Sci-Fi-Werken vernachlässigt wird.
Fazit: Digital erlebbar, real besser nicht
Die Experimente des Fans zeigen, wie tiefgreifend die dystopischen Elemente im Cyberpunk-Universum durchdacht sind, bis hin zu Details, die normalerweise im Hintergrund bleiben. Für Spieler bleibt es wohl besser, diese Aspekte der Night-City-Erfahrung ausschließlich digital zu erleben. Wer tatsächlich Hunger auf Cyberpunk-Küche verspürt, sollte vielleicht lieber bei der ikonischen Braindance-Technologie bleiben, die hinterlässt zumindest keine Chitin-Reste zwischen den Zähnen.


