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Britische Glücksspielbranche 2025/26: Online-Sektor wächst stark, stationärer Handel verliert weiter

Der Jahresbericht der Gambling Commission zeigt ein geteiltes Bild mit 4,4% Wachstum auf 17,5 Milliarden Pfund GGY, angetrieben durch den Online-Sektor, während stationäre Anbieter kämpfen.

Redington Cybersport Desk
SEPTEMBER 18, 2026
Britische Glücksspielbranche 2025/26: Online-Sektor wächst stark, stationärer Handel verliert weiter

Die britische Glücksspielbranche hat im Geschäftsjahr April 2025 bis März 2026 eine deutliche Zweiteilung erlebt, wie der jetzt veröffentlichte Jahresbericht der Gambling Commission detailliert darlegt. Während der Online-Sektor mit Rekordzahlen glänzt, kämpft der stationäre Handel weiterhin mit strukturellen Problemen und schrumpfenden Umsätzen.

Online-Glücksspiel als Wachstumstreiber

Die Gesamtspieleinnahmen (GGY) aller Glücksspielkanäle stiegen um 4,4% auf 17,5 Milliarden Pfund. Dieser Anstieg wird fast vollständig vom boomenden Online-Sektor getragen, der ein Wachstum von 6,9% auf 8,3 Milliarden Pfund verzeichnete. Ohne die Lotterieaktivitäten betrug der GGY sogar 13,2 Milliarden Pfund, was einem bemerkenswerten Plus von 4,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Besonders deutlich zeigt sich die Dominanz des Online-Glücksspiels in den Quartalszahlen von Januar bis März 2026. Allein in diesen drei Monaten generierten die digitalen Angebote 2,2 Milliarden Pfund, wobei Online-Casinos mit 1,5 Milliarden Pfund (68,3% des Gesamtvolumens) die unangefochtene Spitzenposition einnehmen.

Detaillierte Aufschlüsselung der Online-Segmente

Innerhalb des Online-Sektors erzielten Casinos mit 5,7 Milliarden Pfund den höchsten Umsatz. Davon entfielen satte 4,8 Milliarden Pfund allein auf Spielautomaten, was die anhaltende Popularität von Slots unter britischen Spielern unterstreicht. Sportwetten folgten mit 2,4 Milliarden Pfund, wobei Fußballwetten mit 1,2 Milliarden Pfund klar die Führung übernahmen, gefolgt von Pferderennen mit 769,3 Millionen Pfund. Der vergleichsweise kleine Markt für Online-Bingo verzeichnete einen GGY von 147,8 Millionen Pfund.

Stationärer Handel im strukturellen Wandel

Der physische Glücksspielsektor präsentiert sich dagegen in einer schwierigen Phase. Zwar stieg der GGY minimal um 1,1% auf 4,9 Milliarden Pfund, doch die zugrundeliegenden Zahlen verdeutlichen die anhaltenden Probleme. Die Gesamtzahl der Glücksspiellizenzen sank um 2% auf 8.081, wobei Wettbüros besonders betroffen waren - zum zwölften Mal in Folge verzeichneten sie einen Rückgang, diesmal um 3,6% oder 208 Geschäfte.

Große Einzelhändler wie William Hill und Betfred haben in diesem Jahr hunderte Filialen geschlossen, was den strukturellen Wandel des Marktes widerspiegelt. Nicht-Online-Wetten gingen um 3,3% auf 2,4 Milliarden Pfund zurück, während stationäre Casinos mit 933,9 Millionen Pfund (+0,4%) und Bingo-Hallen mit 703,8 Millionen Pfund (+8,2%) zumindest leichte Zuwächse verzeichnen konnten.

Spielautomaten als Lichtblick im stationären Bereich

Interessanterweise entwickelten sich Spielautomaten in Arcades mit einem GGY von 800,1 Millionen Pfund (+10,7%) besonders positiv, vor allem in Adult Gaming Centres (761,4 Millionen Pfund, +11,3%). Insgesamt trugen Spielautomaten 2,7 Milliarden Pfund zum GGY bei, was einem Anstieg von 4,3% entspricht. Die Zahl der Spielautomaten in lizenzierten Einrichtungen belief sich im letzten Quartal auf 191.804 Geräte.

Neue regulatorische Herausforderungen

Premierminister Andy Burnham bereitet derzeit ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, das die Rahmenbedingungen für den stationären Glücksspielmarkt grundlegend ändern könnte. Kernpunkt ist die geplante Abschaffung der sogenannten 'aim to permit'-Regel für Wettbüros und 24-Stunden-Spielhallen, die bisher eine Genehmigung neuer Standorte erleichterte.

Künftig sollen AGCs in England, die rund um die Uhr Zugang zu Spielautomaten bieten, eine spezielle Baugenehmigung benötigen. Zudem erwägt die Regierung eine Erhöhung der Steuern auf Spielautomaten, basierend auf einem Vorschlag des Social Market Foundation. Diese Änderungen könnten bereits im kommenden Herbstbudget umgesetzt werden.

Lotterien und gesellschaftliche Auswirkungen

Die National Lottery verzeichnete einen leichten Anstieg der Ticketverkäufe um 0,9% auf 7,9 Milliarden Pfund, während die Gewinnausschüttungen minimal um 0,6% auf 4,5 Milliarden Pfund zurückgingen. Die Beiträge zu gemeinnützigen Zwecken stiegen hingegen um 2,8% auf geschätzte 1,6 bis 1,7 Milliarden Pfund.

Großgesellschaftliche Lotterien verzeichneten durchweg positive Entwicklungen: Ticketverkäufe stiegen um 5,7% (1,2 Milliarden Pfund), Gewinne um 6,1% (335,6 Millionen Pfund) und Spenden um 2,8% (498,5 Millionen Pfund).

Spielerverhalten und Demografie

Die jährliche Umfrage der Gambling Commission unter 5.277 Erwachsenen zwischen Januar und Mai 2026 zeigt stabile Partizipationsmuster. 49% der Befragten gaben an, in den letzten vier Wochen gespielt zu haben - ein Wert, der mit den Vorjahren konsistent ist. Ohne Lotterien lag die Beteiligungsquote bei 28%, was bedeutet, dass reine Lotteriespieler etwa 21% der erwachsenen Bevölkerung ausmachen.

Die Online-Glücksspielbeteiligung über vier Wochen erreichte 39% (16% ohne Lotterien), während die Präsenzteilnahme bei 29% (18% ohne Lotterien) lag. Zu den beliebtesten Nicht-Lotterie-Aktivitäten zählten Rubbellose (13%), Wetten (10%) und Online-Sofortgewinnspiele (8%).

Interessant sind die demografischen Unterschiede: Wetten sind deutlich männerdominiert (16% der Männer gegenüber 4% der Frauen). Altersmäßig liegt die höchste Gesamtbeteiligung bei den 45- bis 64-Jährigen (56-59%), während ohne Lotterien die 35- bis 44-Jährigen mit 35% an der Spitze stehen. Als Hauptmotive nannten die Teilnehmer die Hoffnung auf große Gewinne und Unterhaltung, wobei 42% angaben, positive Gefühle mit ihren letzten Glücksspielausgaben verbunden zu haben.

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