Bulgarien plant umfassende Reformen des Glücksspielsektors
Die Regierung hat einen Entwurf mit höheren Steuern, Echtzeitüberwachung und strengeren Werbeverboten vorgelegt, der bis zum 23. Oktober öffentlich kommentiert werden kann.

Die bulgarische Regierung hat einen umfassenden Reformentwurf für den nationalen Glücksspielsektor vorgelegt.
Die Pläne sehen ein neues Steuermodell, strengere Regulierungen, Echtzeitüberwachung und schärfere Kontrollen für die Betreiber vor.
Die Reformen zielen darauf ab, die Transparenz zu erhöhen, die Staatseinnahmen zu steigern und die Aufsicht über die Branche zu verbessern.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören höhere Mindeststeuerbeiträge für Glücksspielunternehmen, eine Echtzeitmeldung der Umsätze an die Nationale Steuerbehörde und fast vollständige Werbeverbote.
Die vorgeschlagenen Änderungen sind bis zum 23. Oktober für eine öffentliche Konsultation offen.
Die Reformen führen auch neue Regeln für ausländische Glücksspielunternehmen und verpflichtende Beiträge für verantwortungsvolles Spielen ein.
Zudem sollen die Einnahmen aus dem Sektor verstärkt in Bildungs- und Gesundheitsprogramme fließen.
Andere regulatorische Entwicklungen in Europa
In den Niederlanden hat die Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit acht Online-Lizenzen für Betreiber wie TOTO, Bet365 und GG Poker bis 2031 verlängert.
Der Verlängerungsprozess umfasste eine strengere Prüfung der Compliance-Historie und die neue Anforderung, dass Betreiber Marktaustrittspläne vorlegen müssen.
Die KSA erneuerte auch die Monopollizenzen des staatlich kontrollierten Lotto BV trotz anhängiger Rechtsmittel.
In Italien prüft die Regierung Möglichkeiten, die Einnahmen aus dem Glücksspiel zu erhöhen, unter anderem durch eine Verlängerung der Einzelhandelskonzessionen bis 2029.
Diese Maßnahme könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro für den Haushalt 2027 generieren.
Die Verzögerung bei der Neuausschreibung der Konzessionen hat den Staat bereits 1,5 Milliarden Euro gekostet.
Weitere erwogene Optionen sind eine Ausschreibung für Rubbellose im Wert von einer Milliarde Euro und eine zusätzliche Ziehung von Lotto/SuperEnalotto, die jährlich 50 Millionen Euro einbringen könnte.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat das Wirtschafts- und Finanzministerium mit der Prüfung dieser Optionen beauftragt.
Die Regierung will auch die verzögerte Neuorganisation des Einzelhandelsnetzes angehen und neue Anforderungen für Spielautomaten testen.
In Großbritannien warnt Fred Done, Gründer von Betfred, vor den Folgen einer geplanten Erhöhung der Steuer auf Spielautomaten.
"Eine Verdoppelung der Abgabe von 20 Prozent auf 40 Prozent könnte zum Schließen von 495 Betfred-Läden führen, mit 2.575 Arbeitsplatzverlusten und 67 Millionen Pfund an entgangenen Steuereinnahmen", sagte Done.
Er betonte die negative Wirkung weiterer Steuererhöhungen auf die Branche und forderte die Minister auf, die Konsequenzen zu bedenken.
Done hob auch die Bedeutung der festverzinslichen Wettterminal für das Einzelhandelsgeschäft von Betfred hervor und äußerte Bedenken hinsichtlich der Zukunft von Sponsoring aufgrund der fiskalischen Unsicherheit.
Die Regierung wird voraussichtlich in ihrem Herbstbudget am 28. Oktober Entscheidungen über Änderungen der Glücksspielsteuern treffen.
Die britische Conservative Party plant zudem, Langzeitarbeitslosen den Kauf von Alkohol, Zigaretten oder Glücksspielprodukten mit Sozialleistungen zu verbieten.
Personen, die länger als sechs Monate arbeitslos sind, könnten eine 30-prozentige Kürzung ihrer Leistungen erhalten und eine eingeschränkte "Back to Work"-Karte bekommen.
Die Labour Party kritisiert den Plan als undurchführbar, und Armutsbekämpfer warnen vor erhöhter Not.
Der neue Premierminister Andy Burnham will die Sozialausgaben reduzieren, lehnt aber grobe Kürzungen ab.
Während Labour Maßnahmen zur Kontrolle des Glücksspiels erwägt, wird die Partei ein kartenbasiertes System aufgrund von Diskriminierungsbedenken und technischen Herauswahrscheinlich nicht unterstützen.



